Planeten-Rückläufigkeit

Mythos „Retrograde“

Dies zuerst: Kein Planet bewegt sich rückwärts. Es handelt sich um eine scheinbare Rückläufigkeit, die wir von der Erde aus beobachten. Während das Phänomen n der Astronomie keine größere Rolle spielt, wird ihm in der Astrologie gewichtige Bedeutung beigemessen.

Das Phänomen wurde bereits in den Anfängen der Astrologie beschrieben: die Planeten ändern regelmäßig ihre beobachtete Geschwindigkeit bis zum scheinbaren Stillstand und wechseln die Richtung, bleiben erneut stehen und bewegen sich schließlich wieder vorwärts.

Normalerweise wandern die Planeten vor dem Hintergrund der Fixsterne von Westen nach Osten, während die Erde die Sonne umkreis. Durch den Tierkreis bewegen sie sich vorwärtslaufend entgegen dem Uhrzeigersinn. Die optische Täuschung der Rückläufigkeit entsteht durch die Relativbewegung der Planeten zur Erde, da sich alle mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Entfernungen um die Sonne bewegen. Daher sind Sonne und Mond von dem Phänomen ausgeschlossen.

Allgemein bedeutet eine Rückläufigkeit in der Astrologie, dass sich die Eigenschaften des jeweiligen Planeten nach innen richten. Es handelt sich um wichtige Phasen der Reflexion und des Verstehens, nicht um Zeiten überstürzten Handelns. Es sollte nicht fehlinterpretiert werden, dass ein Planet während seiner Rückläufigkeit eine negative Wirkung bekommt, das Gegenteil ist der Fall. Versteht man, mit der nach innengekehrten Energie zu arbeiten, statt durch Handeln dagegen zu arbeiten, wird Rückläufigkeiten großes Potenzial für Fortschritt zugesprochen.

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Die „persönlichen“ Planeten

Als „persönliche“ Planeten werden in der Astrologie die definiert, die der Erde am nächsten sind: Merkur, Venus und Mars. Auch Sonne und Mond werden der Gruppe er „persönlichen“ Himmelskörper zugeordnet.

Wichtig ist die Abgrenzung zu den „inneren“ Planeten, oft werden beide Begrifflichkeit durcheinander gebracht. Bei den „inneren“ Planeten handelt es sich um eine astronomische Definition, nicht eine astrologische, wonach die Planeten gemeint sind, deren Umlaufbahnen innerhalb der Erdbahn liegen. Das sind nur Merkur und Venus, nicht Mars.

Die Rückläufigkeit des Merkur – der Star unter den „Retrogrades“

Merkur herrscht über Kommunikation, Verträge, Technologie und alltägliche, praktische Dinge wie Autos, E-Mails, Haushaltsgeräte und ähnliches. Ist der Kommunikationsplanet rückläufig kommt es häufiger zu technischen Pannen oder Missverständnissen. Falsch versendete E-Mails gelten als Klassiker.

Da Merkur der Sonne am nächsten liegt und eine sehr kleine Umlaufbahn hat, überholt er die Erde im Lauf eines Jahres besonders oft. Seine „Retrogrades“ treten daher am häufigsten auf – ungefähr drei- bis viermal im Jahr für durchschnittlich drei Wochen. Diese Häufigkeit und der Bereich über den Merkur „herrscht“, hat die Merkur-Rückläufigkeit zum berüchtigten Star im Internet gemacht.

  • Tippe für diese Zeit: Es wird empfohlen, mit der Unterzeichnung wichtiger Verträge zu warten, bis Merkur wieder vorwärts geht, da die Gefahr, beispielsweise im Kleingedrucktes etwas Wichtiges zu übersehen, als besonders hoch betrachtet wird. Sollte es sich dennoch nicht vermeiden lassen, ist besondere Sorgfalt ratsam.
  • Ex-Partner melden sich: Ein besonderes Phänomen ist, dass ich Menschen aus der Vergangenheit zurückmelden. Dies bedeutet nicht unbedingt, es als Hinweis zu verstehen, die Beziehung wieder aufzunehmen. Vielmehr wird zum Reflektieren darüber eingeladen, warum man einst zusammengekommen ist, aber auch, warum man sich getrennt hat.

Die Rückläufigkeit der Venus – Prüfung für Liebe und Finanzen

Venus, der sogenannte Liebesplanet herrscht über Beziehungen, Werte, Finanzen und Schönheit. Venus ist ungefähr alle 18 Monate für ungefähr 40 Tage rückläufig. In diesen Zeiten fordert sie zum Innehalten und Reflektieren hinsichtlich der Liebe, unserer Werte und nicht zuletzt Selbstliebe auf.

  • Rendezvous: Ja. Heiraten: Nein! Es kann gut sein, dass man eine während eines Venus-Retrogades kennengelernte Person in einem ganz anderen Licht sieht, wenn Venus wieder vorwärts läuft.
  • Neuer Haarschnitt: Ja. Tätowierung: Klares Nein! Große, unumkehrbare Veränderungen am Äußeren sollten auf die Zeit nach dem Venus-Retrograde verschoben werden, sonst könnte man es bitte bereuen.

Venus regiert unsere Beziehungen, so dass ihre Rückläufigkeit in diesem Bereich spürbar sein kann. Steht sie dazu in ungünstigen Positionen zu beispielsweise Mars, dem Kriegsgott, oder Merkur, dem Kommunikationsplaneten, kann man sich auf eine eventuell herausfordernde Zeit einstellen. Wer sich dessen bewusst ist und die vorübergehend stürmische astrologische Wetterlage versteht, vermag es, sich selbst und seine Lieben mit Behutsamkeit und Verständnis hindurch zu navigieren.

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Die Rückläufigkeit des Mars – Geduldsprobe für den inneren Krieger

Mars ist Feuer pur. Er treibt uns an, handelt und zögert nicht. Im richtigen Maße und kontrolliert eingesetzt, schenkt uns Mars Mut, Entschlossenheit und Durchsetzungskraft. Gleichzeitig lehrt uns Mars, andere Menschen und das Umfeld in unser Handeln einzubeziehen. Mars, in der Mythologie der Kriegsgott, kann zerstörerisch wirken, wenn er egoistisch agiert. Geduld, Umsicht und Empathie sind Fähigkeiten, die ihn wachsen lassen.

Ungefähr alle zwei Jahre ist Mars für ungefähr zwei Monate rückläufig. In dieser Zeit ist Umsicht im Umgang mit anderen ratsam. Konflikte und zwischenmenschliche Interaktionen können leichter aus dem Ruder laufen und eskalieren. Reaktives, impulsives Verhalten kann zu Konsequenzen führen, die man nach der Rückläufigkeit bereut.

Die „äußeren“ Planeten

Sowohl in der Astrologie als auch in der Astronomie gibt es die Unterscheidung zwischen Himmelskörpern, die der Sonne näher liegen oder weiter von ihr entfernt sind.

In der Astronomie richtet sich die Aufteilung danach, ob sich die Umlaufbahn eines Planeten innerhalb oder außerhalb der Erdbahn befindet. Demnach gehören Merkur und Venus zu den inneren Planeten, während Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto zu den äußeren zählen.

In der Astrologie hingegen wird eine andere Logik herangezogen: Himmelskörper, die sich besonders schnell durch den Tierkreis bewegen, gelten als persönlich. Dazu zählen Sonne, Mond, Venus, Merkur und Mars.

Die weiter entfernten werden in der Astrologie noch einmal aufgeteilt:

  • Gesellschaftliche Planeten (Jupiter und Saturn), die unsere Rolle in der Gesellschaft und unsere Lebensstrukturen widerspiegeln.
  • Kollektive Planeten (Uranus, Neptun und Pluto), die sich so langsam bewegen, dass sie oft jahrzehntelang ein Tierkreiszeichen durchlaufen.

In der antiken Astrologie ging man davon aus, dass diese fernen Himmelskörper für den einzelnen Menschen eine untergeordnete Rolle spielen, sondern vor allem Generationen prägen. Heutzutage – auch aufgrund einer deutlich erhöhten Lebenserwartung der Menschen – bewerten wir das anders: Wir betrachten die Zyklen der entfernten Planeten als persönliche Einladung zur Suche nach einem tieferen Lebenssinn. Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto sind jedes Jahr für mehrere Monate rückläufig und fordern uns auf, genau diesen Sinn im Inneren zu finden.

Die Rückläufigkeit des Jupiter – Wachstum im Stillen

Jupiter, der größte Planet in unserem Sonnensystem, gilt in der Astrologie als der „Groß-Macher“. Was Jupiter berührt, wächst über alle Maße – im Positiven wie im Negativen. Jupiter kennt keine niedrigen Energien, er macht einfach alles größer. Im besten Fall bringt er Glück, Erfolg und große Träume. Im Negativen verfeitet er dazu und uns beispielsweise in der Arbeit, dem Feiern oder bei Ausgaben zu verlieren. Das kann alles betreffen: arbeiten, essen, feiern, reisen, spielen etc. Auch hier gilt die Weisheit des Philosophen Paracelsus: Die Dosis macht das Gift.

Wie alle äußeren Planeten ist auch der Glücksplanet Jupiter etwa einmal im Jahr für ungefähr vier Monate rückläufig. Seine Rückläufigkeit wird in der Regel nicht als herausfordernd betrachtet. Wenn Jupiter sich nach innen kehrt, regt er zum Reflektieren über Träume, Projekte oder Visionen an, die nach der Rückläufigkeit erschaffen werden können.

Die Rückläufigkeit des Saturn – der Realitätscheck

In der antiken Astrologie wurde Saturn gefürchtet. Als die Menschen Krankheiten, Naturkatastrophen oder anderem Unheil oft ausgeliefert waren, wurden Unglücke Saturn zugeschrieben. Er ist Herrscher über die Zeit und der große Lehrmeister, der mit strenger Hand agiert, was auch als zutiefst positiv betrachtet werden kann. Denn stellt man sich den Herausforderungen des Saturn und investiert ehrliche Arbeit und Energie in ein Projekt, beschenkt er einen reich. Disziplin, Loyalität, Fleiß sind die Werkzeuge des Saturn. Er akzeptiert keine Abkürzungen oder Schummeln, er bestraft sie.

Saturn ungefähr einmal im Jahr für ca. vier bis fünf Monate rückläufig. Gefühlt lässt er uns in dieser Zeit einen Schritt nach vorn und zwei zurück gehen. Sich davon nicht entmutigen zu lassen, ist genau, worum es in dieser Zeit geht. Ein nach innen gerichteter Saturn fordert dazu auf, bestehende Lebensstrukturen und Pläne gründlich zu überprüfen und Schwachstellen oder Fehlentwicklungen zu korrigieren.

Die Rückläufigkeit des Uranus – Der Schrei nach Freiheit

Uranus gehört zu den modernen Planeten und wurde erst 1781 entdeckt. Er ist mit dem bloßen Auge nicht sichtbar und gilt in der Astrologie als der Rebell, der plötzliche Umstürze bringt. Das geschieht jedoch nicht, um uns zu schaden, sondern um uns von Dingen zu befreien, die uns am Wachstum hindern. Uranus bedient sich dabei der Überraschung und der technologischen Innovation, um uns als Individuen und als Gemeinschaft nach vorn zu katapultieren. Bei Uranus ist nur eines gewiss: Es kommt anders, als man denkt. Auf Uranus kann man sich nicht vorbereiten, man kann ihn nur annehmen.

Uranus ist einmal im Jahr für ungefähr fünf Monate rückläufig. In dieser Zeit richtet er den Wunsch nach Veränderung nach innen. Unkonventionelle Ideen, Geistesblitze sowie ein plötzlicher, starker Drang nach persönlicher Freiheit treten jetzt verstärkt in den Vordergrund.

Die Rückläufigkeit des Neptun – Der Vorhang der Illusionen fällt

Neptun wurde im Jahr 1846 im Zusammenhang mit Berechnungen zur Uranusbahn entdeckt und gehört damit zu den modernen Planeten. Entsprechend der Mythologie gilt Neptun in der Astrologie als Herrscher der Träume, der Spiritualtiät und der grenzenlosen Fantasie. Es heißt: „Was man im Geiste bauen kannst, kann man in der Realität erbauen.“ Neptun schenkt uns die Visionen für große Lebensentwürfe. Gleichzeitig fordert er uns heraus, uns nicht im reinen Träumen zu verlieren, sondern in der physischen Welt etwas aufzubauen.

Einmal im Jahr wird Neptun für ungefähr fünf Monate rückläufig. Da er der Planet des Nebels, der Täuschung und der Illusion ist, wirkt seine Rückläufigkeit wie ein kosmischer Nebelscheinwerfer, der die Energie radikal nach innen lenkt. Zwei wichtige Themen kann das mit sich bringen:

  • Das Ende der Illusionen: Wenn Neptun vorwärts läuft, setzen wir im Außen gern die rosarote Brille auf und erliegen Wunschdenken. Wird er rückläufig, lichtet sich dieser Nebel im Laufe der Monate. Die Rückläufigkeit ist eine Zeit der großen, manchmal schmerzhaften, aber heilsamen Ernüchterung. Man erkennt, wo man sich in den letzten Monaten etwas vorgemacht hat oder einer Illusion hinterhergelaufen ist.
  • Die Wahrheit über Betrug: Neptun steht in der Astrologie auch für Täuschung und Betrug. Während er im Vorwärtslauf den Betrug durch andere im Außen begünstigt, wie beispielsweise das Kleingedruckte in Verträgen oder falsche Versprechungen, rückt in seinem Retrograde der Selbstbetrug in den Fokus. Es ist die Phase, in der unsaubere Geschäfte, Geheimnisse und Selbstbetrug auffliegen. Das Universum zwingst uns dazu, radikal ehrlich zu sein.

Die Rückläufigkeit des Pluto – Wiedergeburt durch Schattenarbeit

Pluto ist der Herrscher über die mythologische Unterwelt. Er will die tiefste Wahrheit ans Licht bringen und scheut dabei keinen Schmerz, keine Scham und keine Angst. Er ist der am weitesten entfernte Planet und besitzt eine enorme psychologische Transformationskraft. Er kann uns zu radikaler Umsetzungskraft verhelfen – vorausgesetzt, wir nutzen seine Energie positiv und verfallen nicht in obsessives oder kontrollierendes Verhalten. Obwohl er 2006 astronomisch zum Zwergplaneten herabgestuft wurde, bleibt seine astrologische Rolle gewaltig.

Pluto ist einmal im Jahr für ca. fünf Monate rückläufig. Wendet sich seine Kraft nach innen, lädt er zu tiefgründiger Schattenarbeit ein. Er holt alten, verdrängten Schmerz, Schamgefühle oder Ängste an die Oberfläche, damit man sich endgültig von ihnen befreien kannst. Diese Themen zeigen sich in dieser Zeit besonders häufig im Rahmen von intimen Beziehungen oder beim Umgang mit gemeinsamen Ressourcen – sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich.

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