Aszendent berechnen & verstehen

„Die Großen Drei“ Ihrer Astrologie: Aszendent, Sonnen- und Mondzeichen. Was bedeuten sie und welche Sternzeichen passen zu Ihnen? Was bedeutet Rückläufigkeit und die Rückkehr eines Himmelskörpers? Der Mondkalender. Viel Spaß beim Lesen!

Die Großen Drei

Sonne: —
Mond: —
Aszendent:
„Der“ Sonne – unsere Identität

Die Sonne, die in der Astrologie männlich beschrieben wird, steht dafür, wohin wir im Leben gehen, wie wir uns selbst sehen, worauf wir stolz sind, worin wir unsere Energie stecken – auch unser Ego. Und damit verbunden, was wir glauben, wer wir sind oder die Person, als die wir uns identifizieren. Wenn vom Sternzeichen gesprochen wird, meint man allgemein das Sonnenzeichen. Es beschreibt unseren Willen oder den Wunsch, wer wir sein oder werden wollen, sowie unsere Vitalität. Die Sonne ist der Bestimmer des Tierkreiszeichens Löwe und steht für das, wofür wir anerkannt werden wollen und wo wir einzigartig sein möchten.

„Die Mond“ – unser inneres Kind

In der deutschen Sprache bezeichnen wir den Mond männlich und die Sonne weiblich, was eine Ausnahme ist, wenn man auf andere Sprachen schaut, wo der Mond weiblich und die Sonne männlich bezeichnet ist. Auch in der Astrologie ist es so. Der Mond steht für das Weibliche, Mütterliche – für unsere Vorfahren, die Familie, das Zuhause, unsere Vorlieben beim Essen oder Gewohnheiten. Alle Himmelskörper im Tierkreis sind mindestens einem Tierkreiszeichen zugeordnet, das sie bestimmen. Im Falle des Mondes ist es Krebs: das einfühlsamste, sensibelste Zeichen. Der Mond beschreibt im weitesten Sinne, woher wir kommen. Unsere innere Realität und Gefühlswelt, unsere Reaktionen sind dem Mond zugeordnet. Genauso wohin wir uns zurückziehen oder wie wir uns umsorgt fühlen und wie wir andere umsorgen.

Der Aszendent – unser Avatar

Der Aszendent markiert den astrologischen Entstehungsmoment eines Wesens, Ereignisses, Projektes, Landes etc. In der Geburtsastrologie ist dieser Moment als der definiert, wenn die Nabelschnur durchtrennt wird. Er errechnet sich aus dem Tag der Geburt, dem Ort und der minutengenauen Uhrzeit, was ihn individuell macht. Wenn die Nabelschnur durchtrennt wird, entscheidet sich der Aszendent. In welchem Tierkreiszeichen er liegt und wo genau in dem Zeichen, das in dreißig Grad unterteilt ist, zusammen mit dem Himmelskörper, der es bestimmt, beschreibt, wie wir uns durchs Leben bewegen. In Abgrenzung zum Sonnen- oder Sternzeichen könnte man sagen, der Aszendent ist das Fahrzeug, mit dem wir reisen und beschreibt den Weg, während das Sonnenzeichen für den Sinn der Reise steht. Man könnte den Aszendenten auch als unseren Avatar bezeichnen, mit dem wir auftreten und den andere auf den ersten Blick erkennen. Zusammen werden Sonne, Mond und Aszendent als die „Großen Drei“ der Geburtsastrologie bezeichnet.

Der Tierkreis, der Zodiak

Die Astrologie unterteilt das Universum von der Erde aus betrachtet in einen Kreis aus zwölf gleich großen Teilen, die wiederum in jeweils dreißig Grad unterteilt sind. Diese zwölf Teile des Kreises sind als Tierzeichen beschrieben. Der Tierkreis beginnt im Zeichen Widder, dem jüngsten und endet im Zeichen Fische, dem ältesten. Die Reihenfolge der Tierkreiszeichen ist von Bedeutung, da jedes aufeinander aufbaut und nach Element, Geschlecht und Modalität gruppiert ist. Bei der Zuteilung nach Geschlechtern handelt es sich vor allem um eine numerische Betrachtung, wobei die Tierkreiszeichen mit ungerader Position männlich zugeteilt werden und die mit gerader Position weiblich. Geschlechtsunspezifisch könnte man die mit ungerader Position (männlich) auch als nach außen gekehrt und die mit gerader Position (weiblichen) als nach Innen gekehrt bezeichnen.

Der Tierkreis folgt einem System: Vom ersten Zeichen (Widder) bis zum letzten (Fische) werden die Tierkreiszeichen nach Modalität (kardinal, danach fix, danach fließend/auflösend), nach Element (Feuer danach Erde danach Luft danach Wasser) und nach Geschlecht (männlich danach weiblich) „durchgezählt“ bzw. geordnet.

  1. Widder, Geschlecht: männlich, Element: Feuer, Modalität: kardinal, herrschender Planet ist Mars
  2. Stier, Geschlecht: weiblich, Element: Erde, Modalität: fix, herrschender Planet ist Venus
  3. Zwilling, Geschlecht: männlich, Element: Luft, Modalität: auflösend/fließend, herrschender Planet ist Merkur
  4. Krebs, Geschlecht: weiblich, Element: Wasser, Modalität: kardinal, herrschender Himmelskörper ist der Mond
  5. Löwe, Geschlecht: männlich, Element: Feuer, Modalität: fix, herrschender Stern ist die Sonne
  6. Jungfrau, Geschlecht: weiblich, Element: Erde, Modalität: auflösend/fließend, herrschender Planet ist Merkur
  7. Waage, Geschlecht: männlich, Element: Luft, Modalität: kardinal, herrschender Planet ist Venus
  8. Skorpion, Geschlecht: weiblich, Element: Wasser, Modalität: fix, herrschende Himmelskörper sind Mars und Pluto
  9. Schütze, Geschlecht: männlich, Element: Feuer, Modalität: fauflösend/ließend, herrschender Planet ist Jupiter
  10. Steinbock, Geschlecht: weiblich, Element: Erde, Modalität: kardinal, herrschender Planet ist Saturn
  11. Wassermann, Geschlecht: männlich, Element: Luft, Modalität: fix, herrschende Planeten sind Saturn und Uranus
  12. Fische, Geschlecht: weiblich, Element: Wasser, Modalität: auflösend/fließend, herrschende Planeten sind Neptun und Jupiter

Betrachtet man bei einem Menschen z.B. nur die „großen Drei“ wie Aszendent, Sonne, Mond genannt werden, hat man es bereits mit einem komplexen System zu tun.

MO
DI
MI
DO
FR
SA
SO
Voll- und Neumond

Ein Vollmond tritt auf, wenn sich die Sonne und der Mond gegenüberstehen, so dass das Licht der Sonne die Mondoberfläche – von der Erde aus betrachtet – vollständig erhellt. Wenn sich zwei Himmelskörper gegenüberstehen, spricht man in der Astrologie von einer Opposition: die Himmelskörper liegen im Tierkreis auf einer 180-Grad-Linie in zwei sich gegenüberliegenden Tierkreiszeichen. Beim Vollmond lässt die Sonne, die der Erde zugewandte Mondoberfläche komplett erstrahlen. In der Astrologie spricht man davon, dass beide Himmelslichter vereint offenbaren, was im Verborgenen lag: Gefühle, Erkenntnisse, Ereignisse. Vollmonde fördern innere Prozesse an die Oberfläche oder bringen Situationen zu einem, die diese symbolisieren. Vollmonde bedeuten das Ende von etwas. Ein Kreis schließt sich, damit ein neuer beginnen kann.

Beim Neumond tritt praktisch das Gegenteil auf: aus Sicht der Erde stehen Mond und Sonne eng in einem Tierkreiszeichen beieinander. Man spricht hier von einer Konjunktion. Tatsächlich steht der Mond zwischen Erde und Sonne, so dass seine unbeleuchtete, der Erde zugewandte Seite, nicht zu sehen ist. Neumonde markieren den Start eines neuen rund achtzehnmonatigen Mondzyklus und stehen für Neuanfang, den Beginn von etwas, das noch nicht zu erkennen – aber da ist. Neumonde laden dazu ein, nach innen zu schauen, Pläne zu machen, Ziele zu formulieren und loszulassen, was nicht dazu passt.

Mond- und Sonnenfinsternis

Bei einer Mondfinsternis handelt es sich um einen Vollmond der Superlative, denn die Erde, die sich zwischen Mond und Sonne befindet, ist so präzise auf einer geometrischen Linie mit beiden, dass ihr Schatten den Mond aus ihrer Sicht komplett bedeckt. Äquivalent dazu handelt es sich bei einer Sonnenfinsternis um einen Neumond der Superlative, bei dem der Schatten des Mondes, der zwischen Erde und Sonne steht, die Sonne vollständig bedeckt.

Astrologisch betrachtet, deuten Himmelsereignisse wie eine Mond- oder eine Sonnenfinsternis auf Veränderung oder Verwandlung hin. Lebensverändernde Ereignisse werden damit in Verbindung gebracht. Eine Sonnenfinsternis, die ein Neumond ist, bringt Neuanfänge in unser Leben. Diese Neuanfänge sollen sein, sie sind kein Zufall. Gleichzeitig fühlen sie sich ungewiss und chaotisch an. Eine Mondfinsternis, die ein Vollmond ist, markiert wichtige Durchbrüche im Leben, die auch als Zusammenbruch eintreten mögen – im Sinne des persönlichen Wachstums. Vergangenes loszulassen, das ausgedient hat und auf dem Weg in eine neue Zukunft nur aufhalten würde, fühlt sich selten komfortabel an, wird rückblickend jedoch besondere Wertschätzung erfahren.

Sonnen- und Mondfinsternis treten innerhalb eines Zeitraums von achtzehn bis vierundzwanzig Monaten jeweils in gegenüberliegenden Tierkreiszeichen auf, die entsprechend des Geburtscharts eines jeden bestimmte Lebensbereiche regieren.

Astrologie und Astronomie

Die Astrologie blickt in der westlichen Welt auf eine wechselhafte Geschichte zurück, die sie seit dem 16. Jahrhundert in den Schatten der Nicht-Wissenschaft führte, während sich gleichzeitig die Astronomie, ihre geistige Schwester, eines festen Platzes unter den anerkannten Wissenschaften gewiss sein konnte. Dabei waren beide über tausende Jahre lang von China über Vorderasien und Indien bis Europa in ihrer jeweiligen Kultur untrennbare Teile eines Ganzen. Astrologie, die Lehre von der Sterndeutung; und Astronomie, die Lehre von der Sternkunde.

Die Entkoppelung von Astrologie und Astronomie erfolgte vor allem im Zuge der Etablierung des von Nikolaus Kopernikus vorgeschlagenen heliozentrischen Weltbildes im 16. Jahrhundert, wonach sich die Erde um die Sonne dreht, statt wie bis dahin als ruhender Mittelpunkt des Universums betrachtet zu werden. Die Maßstäbe der modernen Wissenschaften hinsichtlich des Anspruchs an Nachweisbarkeit und Messbarkeit lassen sich auf Astrologie nicht anwenden. Gerade darin aber liegt der Beitrag, den die Astrologie zum menschlichen Streben nach einem Verständnis für das Universum und sich selbst darin zu leisten im Stande ist.

Die Himmelskörper – eine große Familie

Die Gruppe der Himmelskörper wird nach persönlichen und nicht persönlichen unterteilt. Den „inneren“ Himmelskörper, die der Erde am nächsten stehen (Sonne, Mond, Merkur, Venus und Mars) wird insbesondere der Einfluss auf unser Wesen zugesprochen, während den „äußeren“ Planeten (Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto) eher eine vor allem gesellschaftliche und generationsübergreifende Bedeutung zugedacht ist. Diese Unterteilung wurde bereits in der antiken Astrologie vorgenommen und lässt sich durchaus schlüssig herleiten. Gleichzeitig sei darauf hingewiesen, dass die Bewegungen der Außenplaneten natürlich ebenfalls signifikante „persönliche“ Auswirkungen auf das Individuum haben. Als z.B. Pluto Ende 2024 nach fast zwanzig Jahren vom Steinbock in den Wassermann gewechselt ist, war das nicht nur eine große gesamtgesellschaftliche Energieverlagerung, sondern insbesondere für Steinbock- und Wassermann-Geborene aber alle anderen, für die sich die Pluto-Energie in einen neuen Lebensbereich verlagerte, signifikant. Auch der Wechsel von Uranus im April 2026 aus dem Stier, den er seit 2018 durchlief, in Zwillinge bedeutet auf persönlicher Ebene eine bedeutende Energiebewegung. Unter den äußeren Planeten lässt sich noch einmal zwischen den für das menschliche Auge sichtbaren und den nicht sichtbaren unterscheiden. Jupiter und Saturn kann man auch ohne Fernglas oder Teleskop erkennen. Uranus, Neptun und Pluto sind ohne Teleskop nicht zu sehen und waren daher in der Antike nicht bekannt und hatten daher keinen Platz auf der astrologischen Himmelskarte dieser Zeit. Ihre Entdeckung erfolgte ab dem 17. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert. Pluto wurde von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) im Jahr 2006 von einem Planeten auf einen Zwergplaneten herabgestuft.

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